15.08.2017, Torgauer Zeitung - 29. Juli 2017

Es ging um den Fortbestand des Tierheims

Deutscher Tierschutzbund besucht das Tierheim Arzberg
Ein wenig neugierig waren die Mitglieder des Tierheims Arzbergs schon, als sich der Deutsche Tierschutzverband für einen Besuch anmeldete. Denn was genau hier besprochen werden sollte, war bis zum Treffen ungewiss. Schließlich war es Tierheimberater Patrick Kluge, der sich für einige Tierheime Zeit nahm und ihnen einen Besuch abstattete. Er wollte sich über den aktuellen Stand im Heim erkundigen, über Schwierigkeiten und Problemlösungen unterhalten. Er wies auf diverse Finanzierungsmöglichkeiten hin und hörte sich an, was die Vorstandsmitglieder zu berichten hatten. Die TZ sprach mit der Schatzmeisterin Monika Finn über den Besuch des Tierheimberaters.
TZ: Wie konnte Patrick Kluge im Fall des Tierheims Arzberg Tipps geben?
Monika Finn: In erster Linie sprachen wir über die präkere Personallage, über den derzeitigen Ausfall unserer Vereinschefin (gesundheitlich bedingt) und über den Fortbestand des Tierheimes in Richtung Gnadenhof. Dies ist möglich, da wir keine kommunalen Verträge haben und somit Fundtiere nicht zwingend aufnehmen müssen. Herr Kluge wies auch auf Hilfe in Rechtsfragen hin.
TZ: Welche Sorgen, die das Heim betrifft, konnten Sie mit Ihm besprechen?
Monika Finn: Bei der Personallage kann uns auch der Deutsche Tierschutzbund nicht helfen. Wie alle Zuwendungen sind auch die vom DTSB zweckgebunden und nicht für die Bezahlung von Personal verwendbar. Viele Tierheime in Deutschland, besonders kleine, mußten bereits schließen, weil die finanziellen Mittel für das Personal nicht "aufgetrieben" werden konnten.
TZ: Welche Rolle spielte dabei der Landesverband?
Monika Finn: Z. Z. für uns gar keine, da wir, wie weitere 5 Tierschutzvereine, seit zwei Jahren dort kein Mitglied mehr sind. Wir konnten uns mit der Vorgehensweise des derzeitigen Vorstandes des Landestierschutzverbandes nicht mehr identifizieren.
TZ: Was hat Ihnen der Besuch von Patrick Kluge gebracht?
Monika Finn: Er bat uns Unterstützung hinsichtlich Marketing an. Zum anderen Zuwendungen für Kastrationsaktionen und für die Erneuerung des Freigehegedaches für unsere Katzen, welches durch Hagelschäden löchrig geworden ist.
TZ: Werden Sie in Zukunft versuchen, mehr Unterstützung vom Deutschen Tierschutzbund zu bekommen?
Monika Finn: Wir würden uns freuen, wenn wir auch weiterhin Mitglied im DTSB bleiben dürfen, da die Mitgliedschaft eine Doppelmitgliedschaft im Landestierschutzverband verlangt; die wie gesagt seit 2016 nicht mehr besteht. Hilfe des DTSB bekommen wir auch über Informationen zu neuen gesetzlichen Regelungen, wie z. B. zu so genannten invasiven Arten (Waschbär, Grauhörnchen, nordamerikanischen Schmuckschildkröten), die auch Tierheime betreffen.